StanMitch

Unikate in Ton

 

Jedes homogene Material, welches die Natur hervorgebracht hat, enthält alles nur erdenklichen Formen und Figuren, die sich der fantasievolle Mensch nur vorstellen kann.

Über diesen Satz, der so oder so ähnlich schon Menschen umtreibt, die etwas gestalten wollen, dachte ich gerade nach, in der einen Hand ein Stück Treibholz, in der anderen ein Taschenmesser. Meine Frau saß neben mir im Strandkorb, am Strand von Rantum, auf unserer Lieblingsinsel Sylt, und löste Sudoku -Rätsel. Ich begann vorsichtig mit dem Messer die abgeschliffenen Konturen des Holzes nachzuarbeiten, zu verstärken und schließlich zu verändern. Meine Finger, meine Augen und meine Fantasie ertasteten und erkannten plötzlich Fische, Schlangen und Galionsfiguren die vorher verborgen waren. Inzwischen hatten sich um mich herum ein Haufen Späne gesammelt und ein paar Kindern, die sahen, was ich da machte, wurden Neugierig, unterbrachen ihr Spiel und sahen mir schließlich interessiert zu. Einige der Kinder liefen dann davon und brachten schließlich kleine Hölzchen mit und baten mich darum, etwas daraus zu machen. Angestachelt durch das Interesse und meine eigene Neugier war ich schon bald ein vielbeschäftigter Kurgast.

 

Zurück aus dem Urlaub kaufte ich mir einen Satz Schnitzmesser und legte mir einen kleinen Vorrat Holz an. Fortan schnitzte ich, soweit es meine Zeit erlaubte, Köpfe, Hände, Marionetten und andere Figuren.

Eine Kunstausstellung in Hamburg brachte mich dann schließlich auf die Idee einmal etwas anderes zu versuchen und mich mit der Gestaltung von Figuren aus Ton zu befassen. Die auf der Ausstellung gezeigten Exponate waren überwiegend kleine Bronzefiguren die ihren Ursprung in einer fein bearbeiteten Ton-Master-Figur und einer Gussform (Model) hatten. Hiervon kann dann eine größere Anzahl von Abgüssen gefertigt werden.

 

Ton ist ein ganz anderes Material, wohl auch ein Naturprodukt, aber es enthält keine Figuren, diese müssen hieraus erst erschaffen werden. Die Endprodukte sind so vielfältig wie das Leben. Da gibt es Töpfe, Zwerge, Tassen, Tiere, Schüsseln, Weihnachtsmänner usw., usw..

Für mich stand es sofort fest: Es sollten Figuren mit einer max. Höhe von 15 cm aus dem täglichen Leben werden, in denen man sich wieder finden kann. Es sollten keine glatten bemalten Figuren werden, sondern welche mit Ecken und Kanten, denen man ansah, dass ihre Falten das Resultat von Hand- und ein wenig Spachtelarbeit sind. Mit der gewählten Beschränkung auf die vier angebotenen Natur -Tonfarben (weiß, terrakottafarbig, lederfarbig und schwarz) wurde es notwendig in verschiedenen Schichten zu arbeiten, was aber die Exklusivität der Darstellungen betonte.

 

Die Figuren sollen sowohl ein Spiegel einzelner Zeitgenossen sein, als auch typische Lebenssituationen darstellen. Hierbei wurde keine Rücksicht auf persönliche-, moralische- oder religiöse- Befindlichkeiten genommen. Schönheit und Moral liegt auch hier immer im Auge des Betrachters.

Einen Flyer meiner pikanten Skulpturen sende ich Ihnen

auf Wunsch gerne zu.